Romeo must die

Gerade mal drei Monate währte Romeos Amtszeit und ein Ende war schon absehbar. Zu unterschiedlich die Interessen, monetären Verhältnisse, Ansichten, Lebensjahre und sexuellen Bedürfnisse.

Sie leidet nicht, im Gegenteil. Sie sagt, sie ist froh, dass sie ihn los ist. Und ich bin froh, dass ich die Sache nicht verhindert oder unterbunden habe. Einige, denen ich erzählt habe, dass eine Fünfzehnjährige mit einem Zweiundzwanzigjährigen liiert ist, waren entrüstet. Wie ich das nur dulden könne? Unverantwortlich!

So haben sich die Dinge selbst geregelt. Keiner ist der Bösewicht und die Tochter kann eine weitere Erkenntnis zu ihrem Erfahrungsschatz legen.

Gelassen stieg die Nacht ans Land,

Lehnt träumend an der Berge Wand,

Ihr Auge sieht die goldne Waage nun

Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;

Und kecker rauschen die Quellen hervor,

Sie singen der Mutter, der Nacht ins Ohr

Vom Tage, vom heute gewesenen Tage

Das uralt alte Schlummerlied

Sie achtet’s nicht, Sie ist es müd

Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,

der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.

Doch immer behalten die Quellen das Wort,

es singen die Wasser im Schlafe noch fort

Vom Tage, vom heute gewesenen Tage.

Gelassenheit, wie Herr Mörike sie hier beschreibt, wenn ich sie nur immer besäße!

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